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Abgespecktes Konzept? - HNA und WLZ v. 15.05.04
von: richard
am: 16.05.04, 12:49
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HNA, 15.05.04; www.hna.de
Erhalt statt Luxusbad
WREXEN. Zu einem Info-Abend zur Sanierung des Freibades Wrexen hatte die Bürgerinitiative "Freibad Wrexen" die Ortsbeiräte der Diemelstädter Stadtteile eingeladen. Sprecher der Bürgerinitiative (BI), Rainer Runte, erläuterte die sehr unterschiedlich Zahlen der Sanierungskosten, die für Verunsicherung sorgen. Die vom Förderverein "Walmebad Rhoden" ins Gespräch gebrachten nötigen Sanierungskosten von zwei Millionen seien "völlig aus der Luft gegriffen".
In Absprache mit dem Planer der Freibadsanierung, dem Büro Thalen-Consult, wurde daher von der BI ein Sanierungs-Vorschlag entwickelt. Damit lasse sich der geplante Kostenrahmen von 1,2 Millionen Euro einhalten. Die Finanzierung sollte vollständig über einen Kredit erfolgen. Bei den vorliegenden Konditionen seien die Schulden nach 25 Jahren getilgt. Stadtverordneter Dieter Oderwald erläuterte den Kostenplan. In Absprache mit dem Planungsbüro wurden aus der ursprünglichen Planung verschiedene, aus Sicht der Bürgerinitiative nicht notwendige, Dinge herausgestrichen: Der Einbau eines Kletternetzes, eine Breitrutsche und einer Sitzgelegenheit im Nichtschwimmerbecken mit Massagestrahldüsen entfallen. Auch die geplante Außengestaltung des Freibades sei nicht nötig. Die Arbeiten an den Gebäuden und sanitären Anlagen könnten auf ein Minimum beschränkt werden. Der Bau eines neuen Kiosks und der Umbau des Kassenbereichs sei nicht notwendig. Der Kostenrahmen ließe sich so auf 1,028 Millionen Euro drücken.
Beim Verzicht auf ein neues Kinder-Planschbecken ließen sich nochmals 100 000 Euro einsparen. Nachteil dieser "abgespeckten" Variante ist, dass die reine Wasserfläche von derzeit 670 Quadratmetern auf fast die Hälfe, 398 Quadratmeter, reduziert würde. Bei Vergrößerung auf 550 Quadratmeter durch Einbau einer Edelstahlwanne würde der Kostenrahmen wieder auf 1,3 Millionen Euro ansteigen. Der Bürgerentscheid ist 13. Juni
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WLZ, 15.05.04; www.wlz-fz.de
Wrexen: Bürgerinitiative legt geändertes Konzept vor: 1,028 Millionen Euro
Rotstift in den Schwimmbadplänen
von Armin Haß
DIEMELSTADT-WREXEN. Die Diemelstädter Bürgerinitiative für eine Sanierung des Freibads Wrexen legte am Donnerstagabend Ortsbeiräten in der Wrexer Gaststätte Kussmann ein günstigeres Konzept vor. Statt der dem Bürgerbegehren zu Grunde liegenden Gesamtsumme von 1,2 Millionen Euro rechnet die BI nun vor, dass die Kosten auf 1,028 Millionen Euro gedrückt werden könnten.
Auf 928000 Euro könnte die Summe gedrückt werden, wenn das Kinderbecken (100000 Euro) nicht gebaut würde, rechnete BI-Mitglied Dieter Oderwald (SPD-Stadtverordneter) vor. Das neue Bad solle mit Edelstahlwanne gebaut werden. Vorgesehen ist eine Wasserfläche von 398 Quadratmetern.
Nicht erforderlich seien die Sanierung des Gebäudes mit Kiosk, Kasse und Umkleidebereich. Kleinere Renovierungsarbeiten reichten. Die Außenanlagen könnten in Eigenleistung umgestaltete werden. Kletternetz, Bank, Schwaller und Rutsche seien ebenfalls nicht erforderlich. "Über Kürzungen bei der Technik müssen Fachleute entscheiden", sagte Oderwald.
Der Betrag sei solide berechnet und realistisch, erklärten Oderwald und Rainer Runte, BI-Sprecher und CDU-Stadtverordneter aus Orpethal. Realistisch sei auch das Finanzierungsmodell, so Runte. Demnach lasse sich das Kommunaldarlehen auf 30 Jahre festschreiben zu einem Zinssatz von 4,92. Die Abzahlung erfolge innerhalb von 25 Jahren.
Diese Rechnung gehe nur auf, wenn auch das Rhoder Freibad geschlossen werde, so Bürgermeister Rolf Emde. Bei beiden Bädern betrage das Defizit insgesamt 170000 Euro. Bei einem großzügig mit 85000 Euro berechneten Zuschussbetrag für Wrexen gehe die Finanzierung des Modernisierungskonzeptes für das dortige Freibad auf.
Der in der gegenwärtigen Diskussion genannte Betrag von zwei Millionen Euro sei "völlig aus der Luft gegriffen", erklärte der Bürgermeister: "So kann man allerdings auch Politik machen." Zu Beginn der Diskussion vor mehr als vier Jahren sei das gegenwärtige Defizit von 800000 Euro im Verwaltungsetat nicht abzusehen gewesen. Daher sei noch von der Sanierung beider Bäder die Rede gewesen. Angesichts der verschlechterten Finanzlage sei nur noch ein Bad zu vertreten. Wegen des besseren technischen Zustands komme nur die Sanierung in Wrexen in Frage. Den Rhodern sei es zuzumuten, mit dem Auto die viereinhalb Kilometer zu fahren.
Die vor 35 Jahren eingebaute Heizanlage in Rhoden könnte jeden Tag ausfallen und nicht mehr dauerhaft repariert werden. Es sei nicht so, dass dieses Bad bewusst vernachlässigt worden sei. In Wrexen sei seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren gerade mal ein Filter ausgetauscht worden.
Die teuerste Lösung sei es, wenn beide Bäder erhalten würden - und irgendwann beide aufwändig saniert werden müssten. Wer glaube, den Betriebsaufwand für ein Bad nennenswert minimieren zu können, der "liegt neben der Sache." Personaleinsatz, Energieverbrauch und Betriebsmittel verursachten die meisten Kosten.
Günstiger als von den Planern kalkuliert sei die Stilllegung des Freibads Rhoden zu machen, sagte Emde. Zwar seien 250000 Euro kalkuliert worden, doch darin enthalten seien auch der Abriss des Gebäudes und die Beseitigung des Bauschutts.