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Romanische Kirchen in Waldeck   
von: richard   
am: 24.01.06, 09:39   
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Vergessenes Paderborner Land
Romanische Kirchen in Waldeck (Anmerkungen)

Zur Zeit Karls d.Gr. verlief die ethnische Grenze zwischen sächsischem und fränkischem Siedlungsgebiet (Frankenberg) südlich von Korbach. Die Missionierung des südsächsischen Raumes erfolgte schon nach 750 durch Sturmius von der Eresburg (Marsberg) aus. dieses Gebiet wurde dem 799 gegründeten Bistum Paderborn angegliedert. die kirchliche Organisation erfolgte seit 800 durch die Archediakonate Horhusen (Marsberg) und Warburg. Seit dem Jahr 850 hatten das Kloster Corvey, das Bistum Paderborn und die Grafen von Schwalenberg großen Landbesitz in Waldeck. 1186 erwarben die Schwalenberger, die Verwaltungsbeamte des Bistums waren, Stadt und Burg Windungen Besitz von Korbach. Ab 1228 nannten sich die Schwalenberger Grafen von Waldeck.
die Reformation erfasste schon 1526 Wildungen, 1543 Korbach. Sie erfolgte nur teilweise aus Glaubensgründen, überwiegend jedoch aus politischen Gründen. Die Schwalenberger wollten sich so aus der Paderborner Bevormundung befreien.
Die ersten Kirchen wurden in Holz bzw. Fachwerk erbaut: Korbach 785, Adorf 840, Flechtdorf um 850, Twiste und Usseln 870. Erste steinerne romanische Kirchen entstanden um 1050 in Altrhoden, in Twiste um 1075.
Im 12 Jahrh. wurden etwa 20 Kirchen in schlichtem romanischen Baustil errichtet! Damals muß ein erheblicher Wohlstand geherrscht haben. Alle diese Kirchen wurden unter Paderborner Regie gebaut! Sie blieben in ihrer Bausubstanz im wesentlichen erhalten wegen nachfolgender Armut und ausbleibender Bevölkerungszunahme ab 1850 (Landflucht, Auswanderung).
Im heutigen Diözesanbereich wurden im 12. Jahrh. ebenfalls mehrere Kirchen gebaut, sie wurden jedoch im Laufe der Jahrhunderte häufig umgebaut, erweitert, gotisiert, barockisiert - oder auch komplett abgerissen und neu gebaut.
Viele Kirchen in Waldeck zeigen sich heute noch so, wie sie vor 800-900 Jahren gebaut wurden. Bei diesen Kirchen hatte sich ein eigener typischer Baustil entwickelt, der aus drei Bauabschnitten besteht:

1. dem Turm mit quadratischem Grundriß und Pyramidendach, alternativ auch einfachem Satteldach,
2. dem Kernabschnitt mit 1-2 quadratischen Jochen
3. dem Chorraum, entweder quadratisch oder mit Rundabsis.

Hierdurch ergibt sich in der Silhouette ein dreistufiger, treppenartiger Anstieg.
War die Grenze zwischen Waldeck und Westfalen während der letzten 450 Jahre eine tiefe politisch- territoriale Grenze, vor allem aber eine Religionsgrenze, so ist sie heute eine fast unbedeutende zwischen zwei Bundesländern.
In der Bevölkerung beiderseits wird diese Grenze affektiv noch deutlich empfunden. Das Bewusstsein für die ehemalige Zusammengehörigkeit über fast 800 Jahre ist hüben wie drüben völlig verloren gegangen, vergessen.
Die Intention der Ausstellung ist es, diese Zusammengehörigkeit aufzuzeigen und so auch eine ökumenische Brücke zu bauen.
Einige Verbindungen:
1. Das Benediktinerkloster Flechtdorf war ein Tochterkloster von Abdinghof in Paderborn.
2. Das Zisterzienserkloster in Arolsen war eine Gründung von Bischof Bernhard von Oesede.
3. Das Zisterzienserinnenkloster in Netze stand unter der Obödienz des Klosters Hardehausen.
4. Der für die Warburger Frühgeschichte so wichtige Graf Dodiko übereignete 1018 das in seinem Besitz befindliche Dorf Rhena dem Bischof von Paderborn.
Die Fürsten von Waldeck alias die Schwalenberger führen den Sachsenherzog Widukind in ihrer Ahnentafel.
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Quelle: Landvolkshochschule Hardehausen - www.landvolkshochschule-hardehausen.de


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