dies und das alle Themen anzeigen - vollständiger Themenstrang
Der Posaunenchor und das Geld
von: redaktion
am: 18.04.08, 10:40
kommentieren
Manchmal wird uns die Frage gestellt, was der Posaunenchor kostet und wo das Geld herkommt.
Das ist so:
Aus dem Haushalt der Kirchengemeinde steht dem Chor zur Zeit jährlich ein Betrag i.H.v. 300,-- EUR zur Verfügung. Dies sind die einzigen regelmäßigen bzw. festen Einnahmen des Chores aus denen der finanzielle Aufwand des Chores für 20 Bläser, einige Anfänger und die Instrumente bestritten werden kann bzw. muß.
Demgegenüber stehen in erster Linie die Aufwendungen zur Anschaffung von Instrumenten, angefangen von "billigen" Trompeten für 150,-- (Billigstimport) bis 500,-- EUR (Standardschülertrompete) über die mittlere Preislage von Tenorhörnern, Posaunen u.a. i.H.v. 500,-- bis 1.500,-- EUR bis zu den "großen" Hörnern mit Kosten von 5.000,-- EUR und mehr. Wenn jedes von uns genutzte Instrument nach 20 Jahre durch ein neues ersetzt würde, müßten wir jedes Jahr mehr als ein neues kaufen - gut, daß Blechblasinstrumente i.d.R. länger halten - wenn sie gepflegt und bei Bedarf repariert werden (unser ältestes Tenorhorn stammt z. Bsp. aus dem Jahr 1929).
Man kann rechnen, daß jedes der Instrumente einmal in 10 Jahren in die Werkstatt muß. Wenn dann bei 2-3 Instrumenten jährlich jeweils nur durchschnittliche Kosten i.H.v. 100,-- EUR je Instrument anfallen, ist der Etat des Chores damit bereits zu mehr als 2/3 festgelegt - Rest: weniger als 100,-- EUR. Kalkuliert man für jedes Instrument noch Reinigungs- und Pflegemittel i.H.v. 5,-- EUR jährlich, ist der Posaunenchor schon in den roten Zahlen.
Neben dem Instrument braucht ein Bläser im Posaunenchor aber noch ein paar andere Dinge:
Das alles für ca. 20 Bläser und die Anfänger. Für jede(n) fallen damit neben dem Instrument noch einmal "Ausrüstungs-"kosten von ca. 200,-- EUR an.
Sicher entstehen diese Aufwendungen nicht jedes Jahr. Aber bei 52 Proben jährlich, vielen Auftritten, an verschiedensten Orten, zum Teil unter beengten Verhältnissen, bei Sonne, Regen, Schnee und Sturm, leidet das Material dann doch und muß von Zeit zu Zeit repariert, ersetzt bzw. ergänzt werden.
Offensichtlich sind diese Aufwendungen nicht aus den Haushaltsmitteln zu finanzieren. Vielmehr werden auch unsere laufenden Ausgaben in erheblichem Maße auch durch Spenden aus der Bevölkerung ermöglicht.
Sollen Instrumente neu angeschafft oder ersetzt werden, geht das nur mit zusätzlichen Mitteln aus dem Haushalt der Gemeinde oder Sammlungen innerhalb von Gottesdiensten oder anderen (kirchlich geprägten) Veranstaltungen. Ganz aus dem Rahmen fallende Investitionen, wie die Tuba im letzten Jahr, sind nur möglich, wenn es mit Hilfe groß angelegter und längerfristiger Sammlungen gelingt, die hierfür benötigten Gelder, mit einem zusätzlichen Spendenaufkommen zu erzielen. So konnten die notwendigen Mittel zum Erwerb der Tuba in einem Umfang von 90% ohne Gelder der Kirchengemeinde beschafft werden. Neben den regelmäßigen Haushaltsmitteln mußte nur der Ertrag aus einer Kollekte i.H.v. 314,-- EUR in Anspruch genommen werden.
Daneben, bzw. als Teil des Spendensammelns, veranstaltet der Posaunenchor regelmäßig Sommerfeste und kleine Konzerte, deren Erlöse, neben anderen Zwecken, ebenfalls der Finanzierung der Chorarbeit zugute kommen.
Wenn wir fleißig Anträge schreiben, leisten auch Stadt und Landkreis hin und wieder Zuschüsse zur Jugendarbeit.
Im einzelnen sind die finanziellen Verhältnisse / Probleme des Chores natürlich jedes Jahr andere. In diesem Jahr sind beispielsweise bereits Reparaturkosten von knapp 400,-- EUR angefallen - den "zuständigen" Etat suchen wir noch.
Die Darstellung hier soll aber einen realistischen Einblick in die mittel- und langfristige finanzielle Belastung vermitteln. Ohne die Unterstützung in der Gemeinde und den immer wieder neuen Einsatz jedes einzelnen Mitglieds geht auf Dauer gar nichts.