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De Timmermann - Der Zimmermann


1. Vorbemerkung

Die Menschen, die in der Steinzeit lebten, mußten sich gegen die Unbilden der Witterung schützen, wenn sie in dieser rauen Gegend leben und in den damals sicherlich kälteren Wintern, überleben wollten.

Solange die Menschen vornehmlich Jäger und Sammler waren, genügten dazu Zelte, die entsprechend hergerichtet sein mußten. Zelte bestanden im Grundgerüst meistens aus vier Stangen, die oben zusammengebunden waren. Zelte hatten den Vorteil, daß sie relativ schnell ab- und aufgebaut werden konnten, wenn ein Standortwechsel nahrungs- oder witterungsbedingt erforderlich war.

Als unsere Urahnen aber seßhaft wurden, sollten bzw. mußten die Behausungen über einen längeren Zeitraum Schutz bieten.

Nun mußten die Menschen seit jeher unter den örtlichen Bedingungen und mit dem örtlich vorhandenen Rohmaterial bauen. Baumaterial über größere Entfernungen zu transportieren war einfach nicht möglich.

Die Grubenhäuschen, wie sie von Prof. Dr. Best vom westfälischen Museum für Archäologie durch Grabungen auf dem Gaulskopf im Quast am Rande des Diemeltales nachgewiesen worden sind, waren in der Entwicklung von menschlichen Unterkünften sicherlich die nächste Stufe.

Kurzbeschreibung dieser Grubenhäuschen:

Sehr kleiner Grundriß, (ca. 3 mal 4 m)
Hausgruben am Ost-Hang im Mittel ca. 0,60 bis 0,80 m tief ausgehoben.
Hauszugang talseits mit Stufen zum Innenraum
Dachkonstruktion aus einfachen zusammengebundenen Rundhölzern, bereits mit First.
Dacheindeckung mit Ästen, Stroh, Schilf oder dergl.
Lagerstätte wahrscheinlich mit Laub, Stroh oder Fellen ausgelegt.

Nachteile:

Relativ kurze Lebensdauer weil Hölzer im oder auf dem Erdreich schnell verfaulen und die Lagerstätten durch aufsteigende Feuchtigkeit ungesunde Lebensbedingungen zeitigten.

Um diese Nachteile zu vermeiden, war es nötig die Behausungen so zu bauen, daß sie über einen längeren Zeitraum standsicher blieben und trockene und ggf. auch wärmere Lebensbedingungen für die Bewohner bieten konnten.

Um das zu erreichen durften die Hölzer nicht mehr direkt mit der Bodenfeuchtigkeit in Berührung kommen es war also so etwas wie ein Fundament erforderlich damit die unteren aufliegenden Hölzer relativ trocken blieben und nicht so schnell verfaulten konnten.

Auf einem Fundament aber eine standsichere Hütte zu bauen erforderte schon etwas mehr Geschick. Die Blockhaus-Bauweise könnte da zunächst eine akzeptable Lösung gewesen sein, denn die Wände sind in sich standsicher und die Schubkräfte aus dem Dach können bei kleineren Gebäudeabmessungen ohne weiteres auf bzw. in die Wände übertragen werden.

Sobald aber Gebäude mit größeren Abmessungen erforderlich wurden, mußte man sich etwas anderes einfallen lassen.

In dieser waldreichen Gegend war die Verwendung von Holz für die tragenden Teile und Lehm für die Ausfachung das nächstliegende. Holz hat für die statischen Belange von Bauwerken ganz hervorragende Eigenschaften. Man muß nur wissen wie es richtig verarbeitet wird, damit eine Wand stehen bleibt, eine Decke hält und ein Dach nicht einstürzt.

Das konnte nicht jeder, sondern es waren Spezialkenntnisse erforderlich, nämlich die des Zimmermannes. Durch Erfahrung, das Lernen und Weitergeben von Arbeitstechniken über die Jahrhunderte hat sich der Zimmermannsberuf bis zur künstlerischen Vollendung entwickelt.

Auch haben die Wanderburschen, die in anderen Regionen zur Aus- und Weiterbildung arbeiten mußten, viel dazu beigetragen, daß die Arbeitstechniken, bewährte Holzverbindungen und konstruktionen überregional verbreitet wurden.

Trotzdem haben sich je nach der Gegend besondere Hausformen herausgebildet, die jeweils typisch sind.

Bei uns war zunächst das niedersächsische Bauernhaus üblich Mensch und Tier unter einem Dach - auch diemelsächsisches Vierständerhaus genannt. Strohdach; Giebel zur Straße orientiert; offene Herdstelle am rückwärtigen Giebel sehr brandanfällig; ein großes Deelentor für Wagen, Mensch und Tier.

(Beispiel: ein Haus auf der Neustadt, Baujahr 1664, die Fassade wurde von der Familie Okel vorbildlich restauriert)

Später wurde wegen der enormen Brandgefahr, harte Bedachung und der Einbau von Schornsteinen vorgeschrieben. (die Umstellung erfolgte ca. ab 1730 bis 1850) Weil die Feuerstelle mit dem Schornsteineinbau im Haus nicht mehr an einen festen Ort gebunden war, konnte sich das sogenannte Querdielenhaus entwickeln. (Traufe zur Straße orientiert)

Wohnbereich und Stall innerhalb des Hauses getrennt, zunächst auch nur ein großes Deelentor. (Beispiel: Haus Landstraße 6 - Haasenjôôpekes)

Dann zusätzlich kleine Haustür neben dem Tor als Eingang zum Wohnbereich; Deelentor nur noch für Wagen und Tiere. (Beispiel Haus Neustadt 9 Stuten)

Etwas später dann wurde der Eingang zum Wohnbereich noch weiter vom Deelentor abgesetzt. (Beispiel: Haus Neustadt 5 - Lippens)

Alte Fachwerkstädte wie Alsfeld, Fritzlar, Melsungen, Goslar, Schmalkalden sind immer wieder sehenswert. Sie haben eine Ausstrahlung, die kein Neubauviertel auch nur annähernd bieten kann. Ein solches Ambiente wird dann auch von diesen alten Städten unter dem Gesichtspunkt des Fremdenverkehrs wirtschaftlich vermarktet.

Auch in unserer Stadt und in der näheren Umgebung kann man die Kunst der Zimmerleute früherer Generationen heute noch staunend an den älteren Häusern bewundern, besonders wenn sie gut restauriert sind.

Auch wenn es für die Hausbesitzer teuer ist, man sollte doch alles tun, um solche Bauwerke wo irgend möglich - als Zeitzeugen zu erhalten.

Dieses ist aber nicht mein Thema; es gibt genügend einschlägige Literatur, die sich mit der Sanierung von Fachwerkhäusern und Zimmermannskonstruktionen beschäftigt.

Mit der Einführung moderner Baumaterialien beschränkt sich die Arbeit des Zimmermanns heute in der Regel nur noch auf der Errichtung des Dachstuhles.

Soviel als Vorbemerkung!

Wie bereits an anderer Stelle erläutert, ist es mein Anliegen, alte plattdeutsche Begriffe auszugraben um sie in einer elektronischen Datenbank zu erfassen und zu vertonen, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben.

Das Fachwissen, das ein alter Zimmermeister hatte, läßt sich wahrscheinlich nicht mehr in Platt dokumentieren. Für Hinweise jeder Art bin ich aber sehr dankbar. Zunächst sind deshalb die mir von Herrn Heinz Flamme genannten Werkzeuge des Zimmermanns aufgelistet:

2. De Wjerktüge - Die Werkzeuge:

Büggelsaage - Bügelsäge
Spannsaage - Spannsäge
Schweijfsage - wörtlich Schweifsäge, wie Spannsäge nur mit schmalem Sägeblatt
Schrôôtsage - Schrotsäge, Zugsäge
Stemmeijsen - Stemmeisen, Beitel
Holthaamer - Holzhammer
Winkel
Wiskebijlen - wörtlich Wischbeil = Breitbeil, Zimmermannsbeil für Rechts- und Linkshänder (man wiskede - wischte mit dem am Holz entlang)
Äxe - Axt, den Stiel der Axt nannte man Äxhelf
Lochäxe - Lochaxt
Stjekäxe - Stechaxt vielseitiges Wekzeug benutzte man u. a. zur Nachbearbeitung der Zapfen, Zapflöcher und zur Kennzeichnung der Hölzer
Schnitzelmässer - Zugklinge
Laut - Lot
Waaterwôôge - Wasserwage
Pieke - Stange, Spitze und Haken angeschmiedet; Hilfsmittel, wurde beim Housböören Hausheben benötigt
Kanthaaken - Kanthaken für Rundholz
Spannhaaken - Spannhaken für kurzzeitige Holzverbindungen ??
Nagelijsen - Nageleisen
Droube - Brustleier zum Einspannen der Bohrer
Schlangenböörels - Schlangenbohrer
Dollenböörel - Bohrer ca. 3 cm Durchmesser
Haumôôt - Hochmaß (Latte = Maß von OK Decke (Balkenlage) mit den Maßstrichen für UK und OK Mittelpfette)
Dillsaage - Zugsäge für zwei Mann mit Dreiecksbezahnung, Schnittrichtung nach unten gerichtet. Die Zuggriffe waren senkrecht zum Sägeblatt angebracht. Diese Säge wurde gebraucht um Holzstämme in Längsrichtung aufzutrennen.
Fuchsschwanz - Einmann-Handsäge
Stemmgeschkirre - Stemmgeschirr, Sammelbegriff für Stemmeisen und Holzhammer
Tollstokk - Zollstock
Bandmôôt - Bandmaß
Kluppe - Meßgerät in der Form einer Schieblehre zum Ermitteln der Stammdurchmesser von Rundholz, wird benötigt um das Volumen der Baumstämme zu ermitteln. (siehe auch Beitrag „Die Arbeit im Walde)
Kammôôt - Kammaß, Maßbrettchen zum Anreißen der Verkammungen an Mauerlatten, Rähmhölzern und Balken
Nauken - Hilfsmittel zum Fußboden legen
Schällijsen - Schäleisen, wird auf dem Sägewerk benötigt um verdreckte Baumstämme nachzuschälen, dôômit bijm Holtschnijn de Saageblääre ni fürtijdich stump wäärd - damit beim Holzschneiden die Sägeblätter nicht vorzeitig stumpf werden.
Schränkeisen - erforderlich damit die Schränkung der Sägen richtig eingestellt werden konnte
Hübbel - Hobel, wird benötigt um z. B. bei sichtbaren Sparrenköpfen die scharfkantigen Ecken durch eine Fase zu brechen
Schrupphübbel - Schrupphobel, wird benötigt um eine Holzoberfläche mit Rillen herzustellen
Die Folge des Zimmemanns war eine Stange, die mit einer Seilschleufe - Seilschlaufe versehen war.

3. Begriffe aus dem Beruf:

Fachwjerkhous - Fachwerkhaus,
Fachwjerkwand - Fachwerkwand
Daakoutmiddlung - Dachausmittlung, wichtig bei Dächern über verwinkelten Grundrissen damit werden die Lage der Firste, Kehlen und Grate so konstruiert, daß sich die Dachflächen sauber verschneiden.

Dachbezeichnungen in den Grundformen:

Satteldaak - Satteldach, übliche Dachform mit zwei gleich großen Dachflächen und senkrechten Giebeldreiecken.

eenhüftiget Satteldaak - einhüftiges Satteldach nennt man ein Dach bei dem die Sparrenlänge nicht gleich ist.

Pultdaak - Pultdach, Dachfläche nur einseitig geneigt findet man meistens bei kleinen Anbauten oder Schuppen.

Walmdaak - Walmdach, wie Satteldach, jedoch sind die Giebelflächen geneigt und als Dachfäche ausgebildet.

Krüppelwalmdaak - Krüppelwalmdach, Giebelflächen bilden in der Senkrechten ein Trapetz die obere Giebelspitze ist jedoch geneigt und als Dachfläche ausgebildet.

Mansarddaak - Mansarddach, verstecktes zusätzliches Geschoß im Dach, deshalb steile Dachneigung in diesem Bereich, dann flachere Dachneigung bis zum First.

(es gibt für Sonderfälle weitere Mischformen der vorgenannten Dächer)


Dachbezeichnungen nach der Konstruktion:

Fettendaak - Pfettendach, die Dachlasten werden über die Pfetten und Pfosten abgetragen.

Spôrrendaak - Sparrendach, die Dachlast wird nur über die Sparren auf die Außenwände übertragen

(weitere Erläuterungen folgen im Text)

Jerker - Erker = Dachaufbau mit kleinem Giebel

Weitere Fachbegriffe

?? Wässel - Wechsel

Afbund - Abbund, Abrechungsgrundlage für Zimmerarbeiten (Gesamtlänge der verzimmerten Hölzer)

Tapploch - outstemmen, Zapfloch ausstemmen

Tappen - anschnijn, Zapfen anschneiden

Vertappen - verzapfen

Holtnägele - Holznägel

Verkämmunge instemmen - Verkammung einstemmen

verblatten - einfache Verbindung für liegend einzubauende Hölzer meistens nur mit einem Klammhaaken, Bauklammer gesichert

Haakenblatt - Hakenblatt, Holzverbindung, die Zugkräfte aufnehmen kann.

Balkenkopp - Balkenkopf, (Ende eines Balkens, meistens sichtbar bearbeitet)

Balken schäldd dür - Balken schlägt durch, Balken hängt durch

Schwellholt - Schwellholz, unteres Holz einer Wand

Raamen - Rähmholz, oberes Holz einer Wand.

Stänger - Pfosten

Eckstänger - Eckpfosten

Ungerzuch - Unterzug, erforderlich für freie Überbrückungen, wenn Lasten nicht von Wänden aufgenommen werden können.

Sprängwjerk - Sperngwerk, Tragkonstruktion aus Holz und Eisenteilen z. B. in einer Wand oberhalb eines Unterzuges

Hangewjerk - Hängewerk, Tragkonstruktion aus Holz und Eisenteilen unter einem Unterzug z. B. bei Holzbrücken

Riggel -Riegel, kurze Hölzer, die etwa auf halber Wandhöhe waagrecht eingebaut und in die Pfosten eingezapft sind.

Riggelgang - Riegelgang = durchgehende Riegelfolge in einer Wand

Koppbänd - Kopfband, Streben, die unter 45° am Pfosten angesetzt sind, zur Aussteifung in Längsrichtung und zur Verringerung der Stützweite von tragenden Hölzern wie Pfetten und Unterzügen

Footbänd - Fußband, Streben, die von der Schwelle den Pfosten beidseitig in Längsrichtung aussteifen (meistens mehr zur Zierde eingebaut - sieht man in unserer Gegend nicht so oft)

stäärnen - bei Streben und Kopfbändern den Zapfen rechtwinkelig zum Pfosten bzw. der Schwelle oder Pfette abschneiden.

Footfette - Fußpfette, Sparrenauflage im Bereich der Traufe

Middelfette - Mittelpfette, Sparrenauflage im mittleren Bereich der Dachfläche

Firstpfette - Sparrenauflage im Bereich des Firstes

Kjellbalken - Kehlbalken werden in Höhe der Mittelpfette eingebaut und übernehmen die waagrechten Kräfte aus den beiderseitigen Dachflächen

Tangen - Zangen, nehmen Zugkräfte auf, Hölzer werden paarweise (beiderseits von Pfosten und Streben eingebaut und mit diesen verbolzt)

Spôôren - Sparren, liegen in der Ebene der Dachfläche, darauf werden die Dachlatten genagelt, sie übernehmen somit direkt alle Kräfte, die sich aus dem Eigengewicht der Dachkonstuktion mit den Ziegeln, der Schneelast sowie dem Winddruck und dem Windsog in unterschiedlicher Weise zusammensetzen können

Upschieblinge - Aufschieblinge (Hölzer, die im Bereich der Traufe auf die Sparren. genagelt werden die Dachfläche liegt dann nicht in einer Ebene sondern hat oberhalb der Traufe einen leichten Knick.

Aufschieblinge werden/wurden nicht bei jedem Haus eingebaut, sie sind aus konstruktiven Gründen nur bei Sparrendächern erforderlich, wurden aber oft auch bei Pfettendächern zusätzlich angeordnet)

Schifter - Sparren, die in einen Kehl- oder Gradsparren einbinden

Schmijge - Schmiege Schnittfläche an den Schiftern, die sich an den tragenden Kehl- oder Gradsparren anschmiegt

Bakkenschmijge - Backenschmiege, (wie vor)

Lautschmijge - Lotschmiege, Schmiege, die sich lotrecht anschmiegt

Haanholt - Hahnholz (Querversteifung zwischen den Sparren dicht unter der First bei den Bremer Stadtmusikanten hatte dort der Hahn gesessen deshalb Hahnholz)

Grôôdspôôren - Gradsparren, tragendes Holz unter dem Grad eines Daches

Kjellspôôren Kehlsparren, tragendes Holz unter der Kehle eines Daches

Windrispen - diagonal unterhalb der Sparren angenagelte Hölzer, die die Windkräfte in Längsrichtung des Daches aufnehmen.

Knakken - Knaggen, Verbindungs- bzw. Verstärkungshölzer.

Versatz - Konstruktionsflächen bei Holzverbindungen, die Schubkräfte übertragen bzw. wenn aus konstruktiven Gründen nicht die volle Breite des Holzes als Zapfen ausgebildet werden kann.

Stirn- und Hakkenversatz - Stirn- und Hackenversatz, die Kombination der Versatzarten vergrößert die Scheerfläche und damit die Belastbarkeit solcher Verbindungen.

Fürholt - Vorholz, Länge einer Scheerfläche vor einem Versatz.

Klaue - Einkerbung am Sparren bei den Auflagepunkten an der Fuß- Mittel- und Firstpfette durchgehendes Holz in der First.

Upholt - wörtlich Aufholz, restliche Holzdicke oberhalb von Sparrenklauen

Füllhöltere - Füllhölzer, Holzstücke zwischen Balkenköpfen bzw. bei Auswechselungen

Schrooten - Schwarten, nennt man Holzteile, die beim Schneiden keine vollkantigen Bretter ergeben, sondern neben einer Schnittfläche dann nur noch Baumkante haben oder von der Säge gestreift wurden.

Wällerlijsten - Wellerleisten nannte man die Latten, die zur Aufnahme der Lehmwickel seitlich an die Balken genagelt wurden. (vorher wurden entlang der Balkenseiten Nuten eingehauen, in die dann die Latten der Lehmwickel eingepaßt wurden)


4. Dat Timmern - Das Zimmern:

Rein manuelle Bearbeitung der Hölzer:

Bevor es die Möglichkeit gab, Antriebsenergien wie Wasserkraft, Dampfmaschinen, Verbrennungs- oder Elektromotoren zu nutzen, mußten die Bauhölzer von den Zimmerleuten selbst soweit bearbeitet werden, daß sie sich zum Verzimmern eigneten.

Wenn z. B. ein Stamm von Hand aufgeschnitten werden mußte war das eine besonders schwere Arbeit mit einer so genannten Dillsaage - Zugsäge. Sie hatte eine Dreiecksbezahnung in Zugrichtung. Zuggriffe waren an beiden Enden der Säge senkrecht zum Saageblatt Sägeblatt angebracht. Im Gegensatz zur Schrôôtsaage Schrotsäge; hier sind die Griffe an beiden Enden in Schneidrichtung angebracht

Der aufzuschneidende Baumstamm wurde auf Böcke gelegt und festgekeilt. Ein Mann lag unter dem Stamm und zog die „Dillsaage mit beiden Händen nach unten. Bei diesem Zug nach unten sägte man (Dreiecksbezahnung in Zugrichtung) Die Saagespööne Sägespäne wurden mit diesem Zug nach unten ausgeworfen.

Der zweite Mann stand oben auf dem Stamm und zog die Säge mit beiden Händen wieder nach oben. Dieser Vorgang wiederholte sich bis so ein Stamm tatsächlich aufgeschnitten war.

Mit dem Fortgang des Sägeschnittes mußten dann natürlich die Böcke umgestellt werden, damit sie nicht selbst durchgesägt wurden.

Nun hatte man „nur den Stamm aufgetrennt. Um einen vullkantigen Stänger vollkantigen Pfosten oder Ekkstänger - Eckständer zu bekommen waren noch weitere Schnitte erforderlich. Die Kennzeichnung des Sägeschnittes auf dem Stamm erfolgte sicherlich, wie weiter unten beschrieben.

Mit ein wenig Fantasie kann man sich vorstellen was das für eine Schinderei bzw. eine Strafarbeit gewesen sein muß.

Etwas einfacher ist es sicherlich gewesen, wenn man für die zu verzimmernden Hölzer ausgesuchte und gerade gewachsene Baumstämme oder Stangen nahm, die dann „nur noch behogget behauen werden mußten. Damit es volle rechteckig sichtbare Ansichtsflächen djer Höltere der Hölzer gab, wurde der Stamm zuerst affeschnôrrt abgeschnürt.

Dazu wurde eene Schnoor eine Schnur mit Blööe orre Krijde Bläue oder Kreide eingerieben, parallel zur Längsrichtung des Baumstammes eine Schnur straff gespannt, leicht angezogen und losgelassen. Der heftige Aufprall der Schnur auf den Stamm übertrug auf diesen eine grade, blaue bzw. weiße Linie.

Die zweite Linie in der gewünschten Holzdicke wurde gleichermaßen auf den Stamm gebracht.

Der auf Böcken gelagerte Stamm wurde dann mit dem Kanthaaken Kanthaken jeweils so gedreht, daß ein Bearbeiten möglich war. Dieses geschah folgendermaßen:

Mit einer Schrôôtsaage - Schrotsäge den Stamm von oben und von unten im Abstand von ca. 30 cm bis zum Strich einsägen. Dann mit djem Wiskebijlen wörtlich Wischbeil = Breitbeil = Zimmermannsbeil die Balkenflächen so bearbeiten, daß das Holz zwischen den Saageschnidden - Sägeschnitten abgespaltet wurde und es möglichst zwei parallele Balkenflächen ergab.

Die Bearbeitung der beiden restlichen Seiten des Holzes erfolgte auf die gleiche Art und Weise.

Oft wurden auch Hölzer, insbesondere für Streben, in der krumm gewossenen gewachsenen Form so behauen, daß sie trotzdem ihre Funktion in der Fachwerkwand erfüllten.

So entstanden mit viel Mühe alle erforderlichen Hölzer für einen Bau in der Rohform, nur mit Hilfe reiner Muskelkraft.

Weil die Bearbeitung sehr zeitaufwendig war, wurden die nicht von außen sichtbaren Hölzer und Holzansichten nur ganz grob bearbeitet. So sind bei Fachwerkbauten auch zur Materialeinsparung bei den Innenansichten der Wände sehr oft breite Baumkanten zu sehen. Pfetten und Sparren wurden nur ganz leicht bearbeitet. Sehr oft blieb die Verjüngung der Hölzer im fast runden Querschnitt über die ganze Länge, insbesondere bei djen Spôôren den Sparren.

Anmerkung:

Es fällt auf, daß bij djen allen Hüjsern - bei den älteren Häusern de Dakstool - der Dachstuhl ganz lichte bugget is - sehr leicht gebaut (konstruiert) ist. Sparrenabstände von ca. 1,20 m und mehr und verrußte Hölzer lassen darauf schließen, daß die Häuser dann ursprünglich mit Stroh gedeckt waren und sich im Haus eine offene Feuerstelle befand. Deutlich sichtbar ist dann, daß mit dem Auflegen einer harten Bedachung der Dachstuhl zu schwach wurde und jeweils ein weiteres Sparrenpaar zwischen den vorhandenen Sparren eingezogen worden ist, das dann nicht mehr rußgeschwärzt ist. Oft sieht man auch nur eine Reelatte Reilatte (meist eine stärkere Halbholzlatte), die zusätzlich zwischen den vorhandenen alten Sparren angebracht ist.


Maschinelle Bearbeitung der Hölzer

Bereits früh hat man versucht, die schwere körperliche Arbeit der Holzbearbeitung durch Maschinenkraft zu ersetzen.

Zuerst wohl durch Wasserkraft wie z. B. den Sägemühlen bei Wetterburg, im Mühlengrund zwischen Canstein und Udorf und im Orpetal die Firmen Schwarze Kohlgrund, Klaus - Orpethal und Gemmeker Wrexen Auch ist auf der Bruchmühle durch Wasserkraft-Antrieb Brennholz geschnitten worden.

Mit der Erfindung der Dampfmaschine hatte man eine Energiequelle, die von der Wasserkraft unabhängig war und die man an jedem Standort installieren konnte. Für die Befeuerung wurde dann das in den Sägewerken anfallende Abfallholz sinnvoll verwandt.

Die Kraftübertragung erfolgte mittels Flachtreibriemen und Transmissionen auf die Arbeitsmaschinen, wie Horizontalgatter, Vollgatter, Langholzsäge, Kreissäge.

Kurzbeschreibung der Geräte:

Horizontalgatter ein Sägeblatt läuft horizontal hin und her; zeitafwendigens Arbeiten, denn der Stamm muß nach jedem Schnitt zurückgefahren werden um den nächsten Schnitt anbringen zu können.

Vullgatter - Vollgatter mehrere Sägeblätter können vertikal, mit dem erforderlichen Abstand der gewünschten Holzdicken, eingespannt werden. Die Sägebewegung geht rauf und runter. Damit war ein wirtschaflicheres Arbeiten möglich, denn es entstanden in einem Arbeitsgang Balken, Breddere Bretter, Schrooten Schwarten in den erforderlichen Bredden Breiten bzw. Dicken. Bei dem nächsten Arbeitsgängen müssen dann noch die Bretter auf Breite und die Balken auf Höhe geschnitten werden.

Bei beiden Gatterformen wurde der Vorschub der Stämme beim Sägen maschinell bewirkt.

Langholtsaage - Langholzsäge, war eine besondere Form der Kreissäge. Der lange zu sägende Stamm wurde jedoch auf einem Wagen festgespannt und an dem Kreijssaageblatt Kreissägeblatt mit sehr großem Durchmesser entlang geschoben. Damit der Stamm gerade geführt wurde, lief der Wagen auf sauber ausgerichteten Schienen mit entsprechender Länge. Der Vortrieb des Wagens mit dem aufgespannten Stamm erfolgte mit einer Handkurbel. Die Kraftübertragung zum Vorschub erfolgte über eine Welle mit Zahnrad, das in eine Zahnstange (über die gesamte Schienenlänge) eingriff.

Kreijsaage - Kreissäge, der Vorschub erfolgt von Hand. Sie ist deshalb, wie alle Sägen, ein äußerst gefährliches Gerät.

Blokkbandsaage - Blockbandsäge, ist ein Gerät, das bei uns in den Sägewerken nicht so verbreitet war. Sie arbeitet im Prinzip so, wie eine Bandsäge, nur das die Dräggepunkte Drehpunkte der Lauprääre - Laufräder ni jöbberneen - nicht übereinander, sondern giggerneen - nebeneinander angeordnet sind.

Mit der, damals neuen Antriebsenergie der Dampfmaschine und den entsprechenden Arbeitsmaschinen, hatte man nun die Möglichkeit selbst vor Ort im Sägewerk die Hölzer so einzuschneiden, daß die gewünschten Querschnitte für Balken, Pfosten, Rähm, Streben, Pfetten, Sparren, Bohlen, Latten und Brettern produziert werden konnten.

Der nächste Schritt in der Entwicklung von Antriebsenergie war wohl die fahrbare Dampfmaschine Lokomobil genannt. Lokomobile wurden für den Antrieb der Dreschmaschinen benutzt; sie konnten aber nur über kurze Zeit innerhalb eines Jahres eingesetzt werden. Das war unwirtschaftlich, weil nur während der Ernte Geld verdient werden konnte.

Der Opa von Ludwig Sänger, der damals bereits eine Lohndreschmaschine mit Dampfkraft (Lokomobil) betrieb, hat aus der Not eine Tugend gemacht und eine stationäre Kreissäge up djem Hundepoole - auf dem Hundepfuhl betrieben. Stangen und Zaumpfähle für die Einzäunung der Weiden wurden dort up e schnidden - aufgeschnitten, (weil die Landwirtschaft sich zum Teil auf Weidebetrieb umstellte). Dieses geschah in der arbeitsarmen Zeit, in der die Dampfmaschine nicht zum Antrieb der Dreschmaschine benötigt wurde. Die Arbeitsmaschine Lokomobil konnte somit wirtschaftlicher eingesetzt werden.

Die Zeit der Dampfmaschine dauerte nicht sehr lange, denn der Wirkungsgrad lag bei ca. 10% und konnte nicht wesentlich verbessert werden.

Die serienreife Entwicklung von leichteren, aber robusten Dieselmotoren mit einem erheblich höherem Wirkungsgrad bewirkte wieder einen Innovationsschub. Sie waren nun soweit entwickelt, daß sie als mobile Antriebsmaschinen einsetzbar wurden. Diese Möglichkeit wurde wieder zum Anlaß genommen, effektiver zu arbeiten und Muskelkraft durch Maschinenkraft zu ersetzten.

Der erste Lanz- Buldog der Firma Bracht in Rhoden wurde für diese Zwecke genutzt. Mit der Maschine und einer zugehörigen Kreissäge sind die Gebrüder Bracht direkt in den Wald gefahren und haben das Holz meistens Schwellen - vor Ort geschnitten. Ein wirtschaftlicher Vorteil, denn man brauchte die dicken Stämme nicht erst zum Sägewerk zu fahren.

Die erste in der Familie Sänger selbst gebaute, mobile und motorgetriebene Bandsäge zum Brennholz schneiden ist ein Beispiel aus dieser Zeit der Mechanisierung. Die Säge ist noch im Besitz von Ludwig Sänger und wird ab und zu auf Oldtimer-Ausstellungen gezeigt.

Mit dem Siegeszug der Elektroenergie und der Entwicklung der erforderlichen Groß- und Kleingeräte hat sich auch der Zimmermansberuf in der Arbeitsweise stark gewandelt. Um die „platten Ausdrücke aufzuspüren, bleibt es aber nachstehend bei der Beschreibung der älteren Arbeitsmethoden. >


Die Arbeit auf dem Zimmerplatz

Als die Holzbearbeitung noch rein manuell erfolgte, wurde in der Regel der Zimmerplatz in der Nähe der Baustelle eingerichtet. (Rhoder Zimmerleute sollen sogar im Upland Häuser gezimmert haben.)

Sollte ein ganzes Gebäude, oder auch nur ein Dachstuhl gezimmert werden, so wurde zuerst auf der Baustelle dat Moot e nummen das Maß genommen um die Abmessungen der Holzaufbauten im Grundriß entsprechend anpassen zu können.

Maßangaben der Zeichnung wurden immer auf der Baustelle überprüft.

Aus diesen Maßen im Grundriß wurden dann in Verbindung mit den Höhenangaben in der Zeichnung die Höhen für die Stokkwjerke - Stockwerke oder die Daakhöggen - Dachhöhen fürelächt vorgelegt.


Fachwerkwände zimmern

Zuerst wurden Schwelle und Raamen Schwellholz und Rähmholz gleicher Länge (wie Wandlänge) Bundsije Bundseite nach außen nebeneinander gelegt. War die Wand länger, so nahm man je zwei Hölzer, die mit einem einfachen „Blatt verbunden wurden.

Dann wurden die geplanten Fenster und Türöffnungen angerissen und die restlichen Wandstücke so innedeelt eingeteilt, wie es fachlich erforderlich war. Die nächste Arbeit war das jöbberwinkeln überwinkeln, d. h. die beiden nebeneinander liegenden Hölzer mit einem Winkelanschlag zusammen anrijten anreißen. Damit war sichergestellt, daß die erforderlichen Tapplöchere Zapflöcher oben und unten in der Wand den gleichen Abstand hatten und somit de Stängers - die Pfosten später in der Wand immer senkrecht standen.

Oben auf dem Raamen Rähmholz mußten zusätzlich, nach Einteilung der Balkenlage, die Verkammungen Verkämmungen ausgestemmt werden.

Sodann mußten die Zapflöcher ausgearbeitet werden. Dazu nahm man den Dollenböörel Dollenbohrer, (der hatte einen Durchmesser von 3 cm und bohrte im Bereich des Zapfloches 2, 3, und ggf. auch 4 Löcher 7 cm tief. Dann nahm man die Lochäxe Lochaxt schlug mit der Längsschneide und gezielten Hieben die Längsrichtung des Zapfloches beiderseits vor. Mit der Querschneide der Lochaxt wurde dann das Holz aus dem Zapfloch herausgearbeitet.

Eine weitere Arbeit war das fachgerechte Herstellen der Ekkblääre Eckblätter, das sind die Eckverbindungen der Schwell- und Rähmhölzer unter bzw. über den Ekkstängers Eckständern, so, daß von außen nur eine senkrechte Fuge genau auf der Hausecke sichtbar ist.

Dat Aflängen - Ablängen der Stängers - Pfosten, Streben und Riggels Riegel mit djem Anrijten un Anschnijn der Tappen dem Anreißen und Anschneiden der Zapfen war das weitere übliche Geschäft der Zimmerleute. Ebenso mußten de Holtnägele - die Holznägel von Hand gespalten und mit djer Stjekäxe bearbeitet werden. Auch war es wichtig, daß die Bohrungen durch Zapfloch und Zapfen richtig fachgerecht ausgeführt wurden. Sie mußten so angelegt werden, daß sich die Hölzer bijtjoggen beizogen und nicht sperrten. De Löchere die Löcher wurden mit eener Droube einer Brustleier und Schlangenböörel e bôôrt Schlangenbohrer gebohrt.

Auch gehörte es damals, als das Holz noch von Hand bearbeitet wurde, dazu, die Hölzer auf dem Zimmerplatz fürteläägen vorzulegen und die Streben und die Riegel so einzupassen, daß trotz der zum Teil krummen Hölzer vam Riggelgang vom Riegelgang nicht sperrten oder zu lang waren.

Zu dieser Zeit war es auch üblich, an den Stellen der Hölzer, die die Gefache begrenzten, Nuten für das Einspannen der Stak-Hölzer für die Lehmgefache mit der Lochäxe - Lochaxt einzuarbeiten.

Wenn de Fürfront ree woor die Vorderfront fertig war, wurde up glijke Ôôrt un Wijse auf gleiche Art und Weise de Hingerfront die Hinterfront, de Sijenwänge un de Twiskenwänge timmert die Seitenwände und die Zwischenwände gezimmert.


Kennzeichnung der Hölzer

Besonders wichtig war es, die Hölzer so too teeknen - zu kennzeichnen, daß man sie, nachdem sie zur Baustelle transportiert waren, auch schnell und sicher wiedergefunden werden konnten. Die Zimmerleute hatten dazu ein Bezeichnungssystem entwickelt, daß jedes Stück Holz einwandfrei identifiziert werden konnte.

Die Bezeichnungen, römische Ziffern mit Zusatzkennzeichnungen für Vorder- und Hinterfront, Seiten- und Zwischenwänden, sowie des Geschosses wurden mit der Stjekäxe Stechaxt auf den Hölzern angebracht. Wenn nötig, wurde auch noch zusätzlich die Lage im Einbauzustand gekennzeichnet. Z. B. bei kurzen Riggelstükken Riegelstücken.


Balkenlage zimmern:

Waren alle Wände fertig, so mußte de Balkenlôôge t´rächte timmert wäären - die Balkenlage zurecht gezimmert werden. Meistens waren es dürgôôende durchgehende Balken. Je nach Vorgabe, mußten dann die Balkenköppe Balkenköpfe profiliert werden. Die Grundform des Balkenkopfes schnidde me mit djer Schweijfsaage terächte schnitt man mit der Schweifsäge zurecht. Die weitere Bearbeitung erfolgte dann mit der Stechaxt, der Zugklinge oder dem Stemmgeschirr.

Ursprünglich, in der älteren Bauweise, wurden dann auch die Nuten beiderseits des Balkens mit der Lochäxe - Lochaxt ein gearbeitet. Diese Nuten waren dazu da, für de Wällerhöltere mit djen Leimenwikkeln die Wellhölzer mit den Lehmwickeln eine Auflage zu schaffen.

In der nächsten Arbeitsmethode nagelte man Wällerlijsten Wellerleisten seitlich an die Balken um eine Auflage für die Lehmwickel zu haben.

Später, als nicht mehr e wällert woor als keine Lehmwickel mehr eingebaut wurden, änderte sich die Konstruktion abermals. Man nagelte ebenfalls Latten beiderseits der Balken an, die dann als Auflage für dat Bjollholt wörtlich Bohlholz = Schutzdecke, dienten. Das Bjollholt - Bohlholz wurde aus Schwôôren Schwarten passend zwischen die Balken geschnitten.

Eine wichtige Arbeit war es, de Giggenstükke djer Verkammungen die Gegenstücke der Verkämmungen in die Balkenunterseiten einzuarbeiten. Die Verkämmungen waren somit auf dem Rähmholz und den Unterseiten der Balken angebracht. Sie hatten den Zweck, Wände und Balkenlage in horizontaler Richtung unverrückbar mit einander zu verbinden. (gleicher Effekt als wenn man zwei Kämme ineinander hakt)

Erhielt das Haus ein Spôôrendak Sparrendach, so mußten im Traufbereich der Balken die Fußpunkte für die Einleitung der Schubkräfte aus den Spôôen Sparren in die dürgooenden durchgehenden Balken fachgerecht hergestellt werden. Stirn- und Hackenversatz mit genoch Fürholt genügend Vorholz waren wichtig. So ergab jedes Sparrenpaar zusammen mit dem Balken ein großes Dreieck, das noch zusätzlich mit den Kjellbalken Kehlbalken stabilisiert wurde.

Waren die Geschoßwände aus massiven Mauerwerk hergestellt, so kam auf die tragenden Wände die sogenannte Müjerlatte Mauerlatte als Balkenauflage. In diese Mauerlatten waren die gleichen Verkämmungen eingearbeitet, wie sie bei den Fachwerkwänden in dem Rähmholz erforderlich waren.

Die Öffnungen für Treppenaufgänge und Schornsteindurchbrüche konnten meistens nur hergestellt werden, wenn een Wässel ein Wechsel mit Brusttappen Brustzapfen eingebaut war. Dieser Wechsel trug dann wieder den Stikbalken Stichbalken, der ebenfalls mit einem Brustzapfen in den Wechsel eingelassen wurde.

Bei Schornsteinwechseln und zwischen den Balkenköpfen mußten dann noch ggf. Füllhöltere Füllhölzer eingebaut werden.


Daakstool timmern - Dachstuhl zimmern:

Nach der Hausbreite im Grundriß wurde entsprechend der Dachhöhe bzw. der Dachneigung, dat Dakprofil fürelächt das Dachprofil vorgelegt. Je nach der Dachkonstruktion ob es een Fettendak ein Pfettendach oder een Spôôrendak ein Sparrendach war, mußten die Sparren angerissen werden.

Beim Pfettendach die Klauen für Foot- Middel un Firstfette für Fuß- Mittel- und Firstpfette sowie die Sparrenköpfe mit Verjüngung oder sontigem Profil. Wichtig war, daß genügend Upholt Aufholz über den Klauen stehen blieb.

Als Sparren wurden früher meistens Vullhöltere - Vollhölzer genommen, d. h. die Sparren hatten fast quadratischen Querschnitt mit Baumkanten. Der Querschnitt verjüngte sich, wie der Baum gewachsen war. Beim Sparrendach konnte der Spôôrenfoot der Sparrenfuß mit Stirn- und / oder Hackenversatz und de Vertappunge die Verzapfung der Sparrenpaare an der Firstspitze entsprechend ausgebildet werden.

Die kraftschlüssige Verbindung der Kjellbalden - Kehlbalken und der Haanhöltere - Hahnhölzer mit den Sparren erfolgte mittels Lasken = Laschen oder Knakken Knaggen. Es sind auch noch andere Verbindungen möglich, besonders wenn es sich um Mischformen der nachstehend beschriebenen Dachkonstruktion handelte.


Das Sparrendach:

Ein Sparrendach trägt sich selbst, d. h. die gesamte Last des Daches wird über die Sparren up de Outenwänge - auf die Außenwände abgeleitet. Kjellbalken Kehlbalken und ggf. Haanhöltere Hahnhölzer, die kraftschlüssig mit den Sparren verbunden sein müssen, sorgen für die nötige Aussteifung in Querrichtung. Für die Längsaussteifung des Daches wurden zusätzlich Windrispen = Diagonalstreben unterhalb der Sparren angenagelt. Um im Traufbereich genügend Dakjöbberstand Dachüberstand zu bekommen, waren beim Sparrendach Ubschieblinge Aufschieblinge zusätzlich anzufertigen.


Das Pfettendach:

Im Gegensatz zum Sparrendach, werden beim Pfettendach die Dachlasten über die Pfetten und Pfosten auch zum Teil auf die Innenwände übertragen. Üblich war auch hier Sparren aus Vollholz zu nehmen. Später, als man den statischen Nachweis der Hölzer besser in den Griff bekam, nahm man nur noch Halfhöltere Halbhölzer, die dann auch entsprechend schmal waren.

(Es hatte sich herausgestellt, daß ein schmaler aber relativ hoher Sparren wesentlich tragfähiger ist, als ein quadratischer Sparren, der den gleichen Holzquerschnitt hat.) Eine Verzapfung in der Firstspitze war nicht mehr möglich, deshalb baute man dann eine Firstpfette ein und ließ die Sparren stumpf voreinander stoßen. An der Taufe ließ man die Sparren als Dachüberstand durchgehen. So erübrigte sich auch die besondere Ausbildung des Sparrenfußes zur Aufnahme von Schubkräften. Die gesamte Dachlast wurde nun von den Sparren direkt auf First- Mittel- und Fußpfette übertragen.

Bei langen Gebäuden werden die Fußpfetten mit einem einfachen Blatt verlängert und mit einem Klammhaaken einer Bauklammer gesichert. Bei den tragenden Mittelpfetten mit größerem Querschnitt wurde zur Verlängerung een Haakenblatt ein Hakenblatt jeweils angearbeitet. Ein Hakenblatt kann Zugkräfte in Längsrichtung aufnehmen, insbesondere, wenn es mit einer durchgehenden Schraube zusätzlich gesichert wird.

In die Unterseite der Mittelpfetten mußten dann die erforderlichen Zapflöcher für die Stängers un de Koppbänge Pfosten und die Kopfbänder eingestemmt werden. Kopfbänder sind die Streben, die an dem Pfosten unter 45° angesetzt sind und die Mittelpfette zusätzlich abstützen. De Stützwidde die Stützweite wird dadurch reduziert und de Dakstool der Dachstuhl erhält eine Längsaussteifung. Windrispen wurden auch beim Pfettendach noch zusätzlich angebracht und mußten entsprechend hergestellt und zugeschnitten werden.

Die Lage und der Abstand der Kjellbalken Kehlbalken war davon abhängig, wie der Dachboden genutzt werden sollte; entsprechend mußten sie hergestellt werden. Früher wurden die Kehlbalken fast immer auf die Mittelpfetten gelegt und mit diesen verkämmt. Bei älteren Dächern sieht man oft, daß die Kehlbalken noch ein Stück über die Mittelpfette hinausragen und dann mit dem Überstand die Sparren direkt abgestützt werden. In späterer Zeit konstruierte man die Kehlbalken so, daß sie mit einbindenden Zapfen zwischen den Mittelpfetten eingebaut werden konnten. Weil diese Konstruktion wiederum die Mittelpfette unnötig schwächte, nagelte man in jüngster Zeit eine stärkere Latte als Auflage für die nur „ausgeklinkten Kehlbalken an die Pfette, so, daß Unterkante Pfette und Kehlbalken eine durchgehende Ebene ergab. (erleichterte die Nutzung und den Ausbau als Wohnraum im Dachgeschoß)


Weitere Konstruktionsteile:

Je nach Dachkonsturktion, die auch von der Größe des Hauses abhängig war, mußten noch zusätzliche Streben, Spannriggels Spannriegel und Tangen Zangen zurechtgezimmert werden. Bei den Streben wurde mit dem Stirn- bzw. und oder Hackenversatz noch zusätzliche Tappen Zapfen angearbeitet. Die Zapfen wooren e stäärnt d. h. wurden so abgeschnitten, daß sie senkrecht in das Zapfloch eingeführt werden konnten.

Wurden Dächer mit Erkern, mit einbindenden Anbauten oder gar mit Walmen gezimmert, war besonderes Fachwissen gefragt. Um die Grôôd- un Kjellspôôren - Grad- und Kehlsparren sowie die Schifter anterijtene die Schiftersparren anzureißen und passend zu zimmern, war eine besondere Ausbildung erforderlich. Die Zimmerleute, die das konnten, hatten i. d. R. eine Bauschule besucht.

War die gesamte Zimmerarbeit erledigt, so ging es ant Housböören ans Hausheben. Wie der Name schon sagt, das ganze Haus mußte mit Muskelkraft gehoben werden.

Heute sagt man „das Haus wird gerichtet und spricht auch vom „Richtfest. Bei diesem Begriff steht das Richten, besser gesagt das Errichten und Ausrichten des Hauses als hauptsächliche Aussage. Das Böören - Heben wird durch die modernen technischen Hilfsmittel erleichtert.


Housböören - Hausheben

Voraussetzung war, daß die Fundamente einschließlich Sockelmauerwerk (und ggf. Kellerdecke) fertig waren, wenn ein Fachwerkhaus e bôrrt gerichtet werden sollte. War nur ein Dachstuhl zu richten, mußte das Mauerwerk aller drägenden Wänge ree sijn tragenden Wände fertig sein.

Das Buggeholt - Bauholz wurde an die Baustelle geschafft und dann ging et bij Tijden laus - es bei Zeiten los.

Sollte ein Fachwerkhaus uppestallt aufgestellt werden, wurden zunächst die Schwellhölzer in wôôge - in waage gelegt. Dann ging es an dat Fürläägen (nach innen auf die Kellerdecke) un Upstellen das Vorlegen und Aufstellen djer Fürfront - der Vorderfrond.

Dôtôô wooren tooeeste olle Höltere, Ekkstänger, Stänger, Riggelstükkere und Rahmen bijneen e stoppet und de Holtnägele inneschlagen

Dazu wurden zuerst alle Hölzer, Eckpfosten, Pfosten, Riegelstücke und Rähmholz zusammen gesteckt und die Holznägel eingeschlagen. Die gesamte Wand wurde dann mit genügend kräftigen Männern senkrecht gestellt un affeschwertet d. h. nach den Seiten mit Latten gegen Umfallen gesichert

Auf die gleiche Art und Weise wurde de Hingerfront die Hinterfront aufgestellt und gesichert. (in Längsrichtung waren die Wände durch die eingebauten Streben ausgesteift)

Dann ging es daran, die Seiten- und Zwischenwände einzubauen.

Diese konnte man nicht mehr insgesamt aufstellen, sondern man mußte sie nôô für nôô - nach für nach mit djen Riggels un djen widderen Stängers - den Riegeln und weiteren Pfosten einbauen. Dazu mußte die eine Längswand noch mal ein wenig nach außen gekippt werden, dômidde de läßte Riggel vam Riggelgang innetjoggen wäären konnte - damit der letzte Riegel vom Riegelgang eingezogen werden konnte. Als Abschluß der Wand mußte dann noch das Rähmholz aufgelegt werden. Man fing an einer Ecke an und legte das Holz in Wandrichtung auf das Eckblatt. Auf der anderen Seite mußte das Holz dann langsam heruntergelassen werden, damit die Zapfen der Pfosten jeweils in die Zapflöcher eingelassen werden konnten.

Lag das Rähmholz satt auf und waren die Verkammungen richtig eingehakt, so waren zwei Hausecken durch die drei stehenden Wände in sich ausgesteift. Jetzt mußten noch die Zwischenwände und zuletzt die noch fehlende Außenwand auf die gleiche Weise aufgestellt werden. Im Prinzip genau so, wie vor beschrieben.

War das geschehen, so wurden die Balken so gelegt, daß die Verkammungen einhakten. Weil es keine maschinellen Hebezeuge gab, war das schwere Knochenarbeit, denn die schweren meist durchgehenden Balken mußten alle von Hand in de Högge macht wäären - in die Höhe gemacht werden. Kommandos, "zu gleich" oder "Holz" her ertönten, damit die geballte Kraft der Zimmerleute effektiv eingesetzt werden konnte.

Noch gefährlicher und schwerer wurde es, wenn mehrgeschossige Häuser e borrt - gehoben werden mußten. Für mich ist es nicht so ohne weiteres nachzuvollziehen, wie z. B. ein Vier-Ständer-Haus gerichtet wurde. Die über zwei Geschosse durchgehenden Eckständer und Torpfosten erschwerten das Aufstellen von einem solchen Holzgerüst ganz erheblich.

Dazu die Frage: Wie hat man damals die Hölzer des Obergeschosses zusammenstecken können, wenn unten schon die Zapfen alle vernagelt waren? Einfacher ist da das Aufstellen von Fachwerkhäusern mit der geschoßweisen Rahmenbauweise, die sich später immer mehr durchgesetzt hatte.

Auch war es nicht so leicht, die schweren Pfetten für den Dachstuhl hauch te maakene hoch zu machen.

Ein Dachstuhl als Pfettendach aufzustellen ging im Prinzip so, wie das Aufstellen der Fachwerkwand. Hier waren nun die Stängers der Middelfette mit djen Koppbängen Pfosten der Mittelpfette mit den Kopfbändern, die eine Längsaussteifung bewirkten.

Zur Seite mußte wieder abgeschwertet d. h. eine Hilfsabstützung angebrachht werden. Das geschah meistens, indem an djer Boord - am Ortgang ein Sparren aufgelegt und festgenagelt wurde.

War die Mittelpfette mit einem Hakenblatt e deelt geteilt wurde diese Stelle zusätzlich mit zwee Spannhaaken zwei Bauklammern gesichert oder die Verbindungsstelle mit einem dürgôôenden durchgehenden Bolzen zusätzlich verschrobben verschraubt.

Die zweite Mittelpfette wurde gleichermaßen aufgestellt und die Kjellbalken Kehlbalken aufgelegt oder je nach Konstruktion eingehängt.

Es sei noch angemerkt, daß die langen Sparren meistens hauchewippet - hochgewippt wurden.

Das geschah dann folgendermaßen: Ein kräftiger Zimmermann nahm den Sparren etwa im Drittelpunkt auf die Schulter. Am kurzen Ende stand ein weiterer Mann und drückte den Sparren nach unten. Das lange Ende des Sparrens wippte dann so hoch, daß die oben im Traufbereich des Hauses stehenden Zimmerleute den hochgewippten Sparren annehmen konnten. Bedingt durch das Hebelgesetz, kann man sich vorstellen, welchen Druck der Mann unter dem Sparren auszuhalten hatte.

Waren alle Sparren oben und mit so genannten 8 oder 9 - töllern - 8 bzw. 9 Zoll langen Sparrennägeln angenagelt und die Windrispen angebracht, war es Zeit für den Richtspruch. Vorher wurde, ein mit bunten Bändern geschmücktes kleines Fichten- oder Birkenbäumchen auf der First angenagelt.

Der Zimmermann sagte den Richtspruch auf und trank in luftiger Höhe einen Schnaps auf das Wohl des Hauses und des Bauherrn. Ebenso bekamen alle, die am Bau geholfen hatten, aber unten standen, einen Schnaps.

Kennt jemand noch einen typischen Richtspruch??

Anschließend wurde dann zünftig gefeiert, denn es war ein hartes Stück Arbeit vollbracht; alle hatten sich plagen und abmühen müssen, bis dat Hous e borrt woor das Haus gehoben war.

In den nachfolgenden Tagen wurden dann noch die Restarbeitn erledigt, wie Füllhöltere - Füllhölzer einpassen,

Wällerlijsten - Wellerleisten annageln als man keine Nuten für die Wällern - Lehmwickel mehr in die Balkenseiten einarbeitete,

Bjollholt - Bohlholz - Schutzdecke einziehen,

Kastengesimse oder Traufschalung anbringen.

Damit war dann die Arbeit des Zimmermanns bei einem Wohnhaus erledigt.

Besondere Hilfsmittel wurden eingesetzt, wenn Bauten zu richten waren, die große Geschoßhöhen hatten oder gar keine Zwischendecke hatten, wie Bergeräume über Stallungen oder bei Scheunen.

Hier nahm man noch die Pieke zur Hand um Hölzer in größere Höhen zu heben. Um diese dann zu sichern, damit man nôôpakken - nachfassen konnte, hatte man eine Folge. (nicht zu verwechseln mit der Folge auf der Souerkroutstanne - Sauerkrautfaß, siehe „De Arbäjt im Jobbe die Arbeit im Garten)

Die Folge des Zimmemanns war eine Stange, die mit einer Seilschleufe - Seilschlaufe versehen war. Diese wurde so aneschleufet -- angeschleift, daß man die Möglichkeit hatte den Balken, der hoch befördert werden sollte, so in der Lage zu sichern, daß man einen Augenblick pousten - pusten = verschnaufen konnte. In der Zeit konnte man dann nachfassen, die Leiter umstellen oder einen weiteren Mann zur Hilfe holen und dergl.


Schlußbemerkungen

Bei ihren Arbeiten habe ich immer die Zimmerleute bewundert, mit welcher Sicherheit sie ihre schwere Arbeit auf der Baustelle in schwindelnder Höhe verrichtet haben.

Auch ist es für mich immer wieder erstaunlich, mit welcher Sorgfalt die Verzierungen und Schriften in die Balken zur Straßenseite der Häuser eingearbeitet worden sind. Auffällig ist, daß diese Hausinschriften fast ausnahmslos von dem Glauben der damaligen Bauherrn Zeugnis geben.

Bei vielen Häusern beginnt die Inschrift: (Vorname, Name und Name der Ehefrau) haben Gott vertraut und dieses Haus gebaut am ........... ........... Danach folgen dann oft noch Biebelsprüche oder Hinweise auf besondere Ereignisse, wie z. B. am Haus Warburger Weg Nr. 9 mit dem Thema „Feuersbrunst 1873 in Rhoden

Nun sollte man denken, daß die Zimmerleute bei dem geachteten Beruf ihr ganzjähriges Auskommen gehabt hätten, denn ein Dach über dem Kopf brauchte nun mal ein jeder. Aber weit gefehlt, auch die Zimmerleute mußten die arbeitsarme Winterzeit mit einem "Zubrot" überbrücken.

Man sagt zwar immer „Handwerk hat goldenen Boden Aber noch vor und nach den beiden Weltkriegen gingen die Zimmerleute winterdachs int Holt - wintertags in den Wald um Holz zu hauen. Mit so einem Beruf konnte man nicht das ganze Jahr über Geld verdienen um die Familie zu ernähren. Es blieb den Zimmerleuten nichts anderes übrig als im Winter, in der auftragsarmen Zeit, bôô nix te doone woor - wo nichts zu tun war, im Wald ein zusätzliches Geld zu verdienen. Mit Axt und Säge konnten sie ja umgehen.

Wie man sieht, ganz so goldig war der Boden des Zimmerer-Handwerks nun auch wieder nicht.



Nachstehend noch zwei Bilder aus der Arbeitswelt der Zimmermänner. Das erste Bild zeigt den gerichteten Anbau vom Kornhaus in Wrexen aus östlicher Richtung.

Das zweite eine Aufnahme von “Stijnen” (Heinemanns) Zimmerplatz mit der “fürgelächten” – vorgelegten Balkenlage. Im Vordergrund ist die Verkämmung der Balken deutlich zu erkennen.
Die Personen sind Rudi Heinemann und dessen Bruder Otto und deren Väter mit Onkel August. (leider nicht so deutlich)



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