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Posaunenchor Rhoden

Posaunenchor Rhoden

Musik rund um den Kirchturm

Posaunenchorleiter
Oliver Klaus

„Lobt Gott mit Posaunen“, Psalm 150,3  

 Der Leitspruch, der zur Gründung des Posaunenchores 1927 gewählt wurde, war mir zu Beginn meiner Karriere im Posaunenchor 1987 nicht sehr wichtig.

 Als ich nämlich meine bläserische Karriere im Rhoder Posaunenchor, unter der Leitung von Karl Heinemann, begann, war es für mich keineswegs klar, daß ich dem Chor über Jahre als Bläser angehören würde. Es war für mich zunächst keine Freude sondern eher eine Pflicht, die regelmäßigen Übungsstunden zu besuchen. Freude hatte ich jedoch besonders am Beisammensein mit anderen Chormitgliedern, die mich durch Ihre freundschaftliche Bindung in den Chor integrierten.

 Nachdem ich mehrere Jahre die zweite Stimme geblasen hatte, wechselte ich 1992 in die erste Stimme über und versuchte, meine nicht allzu großen Leistungen zu verbessern. Gleichzeitig band ich mich zunehmend in die Chorarbeit ein und organisierte einige Mehrtagesfahrten mit. 1992 planten Friedrich Hübel und ich gemeinsam eine Fahrt nach Cuxhaven an die Nordsee, 1994 unterstützte ich Reinhard Schäfer bei den Planungen einer Moselfahrt und 1996 organisierten wir eine Fahrt in die bayrische Landeshauptstadt München.

 Unser ehemaliger Chorleiter Karl Heinemann, der den Chor über 32 Jahre dirigierte, suchte immer schon einen Nachfolger, denn er sagte immer wieder, daß er „...nur vor dem Chor stehe, weil es kein anderer machen wollte." Er überredete mich zu einem Lehrgang für Dirigiertechnik auf dem Mosenberg, die regelmäßig vom Landesposaunenwerk angeboten wurden.

 Hier erlernte ich bereits 1993 in groben Zügen die Dirigiertechnik und ließ mich in die Nachwuchsausbildung des Chores einbinden. Dennoch traute mich noch nicht, meine Kenntnisse im „großen Chor" anzuwenden.

 Weihnachten 1996 jedoch brach sich unser ehemaliger Chorleiter durch einen Sturz das Bein und mußte über Weihnachten im Krankenhaus bleiben - es fehlte für fünf Bläsereinsätze der Dirigent! Ich wurde überredet, den Chor Weihnachten zu leiten und begann mit dem berühmten „Sprung ins kalte Wasser" die Chorleitung im Posaunenchor.

 Anscheinend stelle ich mich hierbei nicht ganz dumm an, der Chor fand gefallen an meiner Leitung, so daß ich im Anschluß die Chorproben mit Karl Heinemann gemeinsam leitete und die Chorleitung 1997 komplett übernahm. Dazu erweiterte ich meine Fähigkeiten durch einen weiteren Dirigierkurs mit unserem Bezirkskantor Jan Knobbe.

 Das Repertoire, welches eigentlich von geistlicher Musik dominiert wurde, erweiterten wir im Chor in den letzten Jahren zunehmend. Zunächst erarbeiteten wir Volkslieder, anschließend auch längere konzertante Stücke für Gottesdienste und Konzerte, reicherten unser Programm mit Märschen und Walzern an und konnten im letzten Jahr sogar erfolgreich einige Stücke aus dem Bereich des Swing und Jazz aufführen.

 Unsere neuste Literatur umfaßt seit einigen Jahren immer mehr „weltliche“ Literatur: Märsche, Walzer, Poparrangements, Swing und Brassmusik gehören nun zum Standardrepertoire des Chores – der Erfolg bei unseren Auftritten motiviert uns, hieran weiter zu arbeiten!

 Gleichzeitig setzen wir uns regelmäßig für Einrichtungen im Raum Waldeck-Frankenberg ein, indem wir bereits mehrere Feste zu Gunsten verschiedener Einrichtungen veranstalteten – sei es für die Renovierung des Kirchturms, des Kirchenschiffs, für das Rhoder Freibad, die Kosovo-Flüchtlingshilfe oder die Arolser Tafel.  So hilft unsere Musik auch weiteren Personenkreisen.

 Wichtig ist es, dass unser Chor immer genügend freiwillige Bläser findet, die Spaß an der Musik und an gemeinsamen Proben sowie Auftritten haben. Leider verlassen viele Bläser den Chor nach ihrer Schulausbildung, um in großen Städten zu studieren oder eine Ausbildung zu absolvieren.

 Gegen diesen Trend ist momentan erfreulich, dass wir in den letzten Jahren Musiker auch aus anderen Orten gewinnen konnten, die bei uns mit musizieren und auch Anfahrten von Kassel, Arolsen oder Soest in Kauf nehmen, so dass wir zur Zeit im "Großen Chor" durchschnittlich 22 Aktive sind.

 Gleichzeitig ist die Nachwuchsausbildung weiterhin einer unserer Schwerpunkte. Zur Zeit bilden wir 5 junge Menschen aus: 2 Trompetenschüler, 3 Tenor- und Baritonbläser. Hierbei werde ich dankenswerterweise von Richard Lüdtke unterstützt, der eine der beiden Nachwuchsgruppen leitet.

 Erstmals in 2016 haben wir auch Erwachsene ausgebildet, die jetzt mehr und mehr im Chor mitspielen - man muss also folglich nicht zwingend Jugendlicher sein, um bei uns anzufangen. Hier erlernten 30-50jährige das Trompete, Bariton- und Tubaspielen.

 Ebenfalls bilden wir aktuell einen Nachwuchsdirigenten aus, der mich in den kommenden Jahren sowohl beid er Nachwuchsausbildung als auch bei der Leitung des Chores unterstützen will.

 Nach unseren großen Jubiläumsfesten in 2007 und 2012 zum 80jährigen und 85jährigen Bestehen des Chores, zahlreichen Fahrten nach Berlin, Köln, an die Nordsee, auf Rügen usw. und nach vielen gut besuchten und erfolgreichen Konzerten zu Filmmusiken und Filmmelodien feiern wir in 2017 erneut Jubiläum - unser 90stes steht im September an.

 Selbstverständlich hören Sie uns weiterhin zu Gottesdiensten und Veranstaltungen; wir planen auch in 2017 wieder eine Fahrt, sind zu Weihnachten bei unseren seit 2012 durchgeführten und sehr beliebten „Wünsch-Dir-Was" Veranstaltungen zu hören und bilden wieder 3 neue Nachwuchsmusiker aus; bei uns ist also immer Hochsaison!

Mir persönlich sind "meine" Musiker und der Posaunenchor sehr ans Herz gewachsen, so dass ich sehr gern mit den Bläsern Übungsstunden, Auftritte, Feste und Fahrten organisiere. So wünsche ich dem Posaunenchor, dass die Musiker immer viel Freude an der Musik beibehalten und dem Chor immer genügend Menschen zur Verfügung stehen, so dass wir den Leitspruch auch in den nächsten Jahren anwenden können: "Lobt Gott mit Posaunen".

 

Herzliche Grüße von Oliver Klaus, Chorleitung Posaunenchor Rhoden