|  Redaktion | Datenschutz | Impressum | 

Posaunenchor Rhoden

Posaunenchor Rhoden

Musik rund um den Kirchturm

Der Rhoder Posaunenchor

Ein kurzer Abriß unserer Geschichte

Als der Posaunenchor Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts gegründet wird, finden sich unter der Leitung des damaligen Pfarrers, Heinrich Frederking, zunächst 6 junge Männer, die, ohne jede Vorkenntnisse, neu ausgerüstet mit Instrumenten, beginnen, aus dem spärlich vorhandenen Notenmaterial und mit viel Enthusiasmus, Kirchenmusik zu machen. (Satzung aus dem Jahr 1931)
Die Posaunenchöre entstehen in diesen Jahren aus den evangelischen Jungmännervereinen (CVJM), an eine Teilnahme von Mädchen oder Frauen wird überhaupt nicht gedacht.

Das nebenstehende Bild von 1932 zeigt die Gründer des Chores. Von links nach rechts sind dort Heinrich Hübel, Wilhelm Gerke, Karl Gerke, Fritz Haase, Pfarrer Frederking mit Kindern (Traugott, Hildegard, Hans und Klaus), Wilhelm Wetekam und Friedrich Pröpper zu sehen. Ganz rechts der erste “Nachwuchs” Rudolf Meyer.

Die ersten Instrumente konnten diese Bläser aus dem Bestand eines im Jahre 1889 durch den damaligen Pfarrer Hallenberg gegründeten Posaunenchores übernehmen. Nachdem dieser Chor sich bereits nach kurzer Zeit wieder auflöste, waren die Instrumente zwischenzeitlich von der Freiwilligen Feuerwehr genutzt worden und standen jetzt wieder dem Posaunenchor zur Verfügung. Über diesen Vorgängerchor ist heute weiter nichts mehr bekannt. Unmittelbare schriftliche Aufzeichnungen existieren überhaupt nicht. Der einzige Beleg für die Existenz dieses frühen Posaunenchores besteht in dessen Erwähnung durch den Pfarrer Eisenberg in einem Fragebogen der Landeskirche aus dem Jahr 1964. Der Pfarrer beruft sich hierbei auf eine Mitteilung des damals 89-jährigen Schreinermeisters Theodor Grineisen.

In seinen ersten Jahren wird der neugegründete Posaunenchor durch seinen Initiator, Pfarrer Frederking, auch geleitet. Wenige Tage bevor Pfarrer Frederking Mitte Dezember 1931 in Neheim/Arnsberg eine neue Pfarrstelle antritt, schafft er mit der bereits erwähnten Satzung noch eine handfeste Grundlage für den Weiterbestand des Chores. Danach übernimmt der neue Pfarrer, Walter Wendt, die Führung des Chores, der in diesen Jahren bis zu 15 aktive Bläser zählt. Während des Zweiten Weltkrieges ruht die Posaunenarbeit und kommt 1946 noch unter Pfarrer Wendt, 1946/1947 dann mit dem Pfarrer Ernst Werner Magdanz und den Bläsern Heinrich Hübel, Friedrich Schäfer, Friedrich Götte und Karl Bach als treibende Kräfte langsam wieder in Gang. Weitere Bläser sind Karl Gerke (Klausjürgens), Wilhelm Gerke (Klausjürgens), Martin Gerke (Volken), Wilhelm Gerke (Kundjerkes), Rudolf Meyer, Hans Mosler, Herbert Oxe, Karl Prozeller, Karl Seibel und Wolfgang Seifarth.

Die Jahre nach 1946 sind geprägt durch eine Vielzahl von Leitern und Dirigenten. Neben Friedrich Schäfer, den Kreisjugenddiakonen Hans Gier und Langenbach werden die Geschicke des Chores in diesen Jahren durch die Bläser Lothar Kalhöfer, Gerhard Heinemann, Wilhelm Gerke und Ludwig Grebe bestimmt. Seit 1948 ist jetzt Erich Eisenberg der Gemeindepfarrer, der die Arbeit bis in das Jahr 1968 immer wohlwollend unterstützt.

1965 beginnt die Ära von Karl Heinemann als Chorleiter. Der Posaunenchor hat in diesen Jahren mit Mitgliederschwund und fehlendem Nachwuchs zu kämpfen. Eine Mitgliedschaft in dem angestaubtem kirchlichen Verein Posaunenchor hatte in den 60er und 70er Jahren für die Jugendlichen durchaus nicht die erste Priorität. Ab Mitte der 70er gelingt es Karl Heinemann mit Unterstützung von Pfarrer Christoph Sixt durch eine konsequente Jugendarbeit eine größere Anzahl neuer Chormitglieder zu werben und für eine dauerhafte Mitarbeit zu begeistern, womit der Chor personell wieder auf gesunde Füße gestellt wird.

Links der Posaunenchor 1961 hinter dem Grünewaldheim: hinten von links nach rechts: Friedhelm Wetekam, Ludwig Grebe, Gerhard Heinemann, Wilhelm Gerke, Wilhelm Herbold, Reinhard Schäfer; vorne: Karl-Friedrich Ferse, Dieter Herbold, Hartmut Spohn, Werner Grineisen

1966 vor Webers Haus: von links: Wilhelm Gerke, Dieter Herbold, Karl Heinemann, Karl-Friedrich Ferse, Ludwig Grebe, Reinhard Schäfer

 

 

In den folgenden Jahren werden dann auch die ersten jungen Frauen Mitglieder in unserem Chor und man kann sagen, daß damit auch die letzten alten Zöpfe aus der Gründerzeit abgeschnitten werden und der Posaunenchor Rhoden endgültig zu einem modernen Verein des ausgehenden 20. Jahrhunderts wird.

Gemeindepfarrer sind in diesen Jahren Christoph Sixt (bis 1978), Klaus-Gebhard Kunau (bis 1990) und Eckart Gebauer (bis 2002).

Mit Pfarrer Kunau ist die Patenschaft der Kirchengemeinde Rhoden mit der Gemeinde in Domersleben bei Magdeburg verbunden. Seit 1982 besteht diese Verbindung und wird und wurde gerade auch durch den Posaunenchor gepflegt. Seit nunmehr 20 Jahren finden regelmäßige, jährliche Besuche des Chores in Domersleben oder der dortigen Gemeinde in Rhoden statt. In den ersten Jahren waren aufgrund der politischen Verhältnisse im wesentlichen nur Besuche in Domersleben möglich. Diese Besuche in der damaligen DDR werden allen die daran teilgenommen haben wohl für immer in Erinnerung bleiben. Die Ein- und Ausreisformalitäten sowie die teilweise bedrückende Situation an den Grenzübergängen und innerhalb der Domerslebener Gemeinde sind heute bereits Geschichte und für alle, die dies nicht selbst erlebt haben, kaum noch nachzuvollziehen.

Als der Posaunenchor Weihnachten 1995 seinen derzeitigen Dirigenten, Oliver Klaus, bekommt, kann dieser eine aktive und stabile Bläsergruppe übernehmen.

Links Oliver Klaus - als er noch kein Dirigent war. 

 

Heute ist der Posaunenchor unter seinem neuen Dirigenten mit seinen ca. 30 Bläsern im Alter zwischen 9 und 80 Jahren, ein lebendiger Bestandteil der kirchlichen Gemeindearbeit und auch im außerkirchlichen Rahmen immer wieder anzutreffen. Gemeindepfarrer ist seit September 2002 erstmals eine Pfarrerin, Frau Elisabeth Schleßmann.

Im Herbst des Jahres 2007 hat die Rhoder Kirchengemeinde dann gleich ihren zweiten weiblichen Pfarrer bekommen, Frau Claudia Engler.